Phönix 2016

Abfallwirtschaftspreis „Phönix“ 2016 geht an die Waizinger GesmbH & Co KG

Am Mittwoch, dem 11. Mai 2016, überreichte Umweltminister DI Andrä Rupprechter den Abfallwirtschaftspreis „Phönix“ 2016 an die Waizinger GesmbH & Co KG aus Dietach (OÖ) für die Einreichung „Re-Use-Geräteträger und Re-Use-Express“.
Ziel des Projektes ist die Steigerung der Ressourcennutzung durch eine Prozessoptimierung bei der Sammlung und Behandlung von Elektroaltgeräten (EAG) hinsichtlich Wiederverwendung (Re-Use) von ganzen Geräten. Dazu wurden Informationsmaterialien (Handbuch) und eine neuartige Re-Use-Container-Familie im Baukastensystem entwickelt, die es ermöglichen, die im Altstoffsammelzentrum gesammelten EAG sicher zu lagern und schonend zu transportieren.
Die einfache Ladungssicherung in den Geräteträgern ist einmalig und einfach zu bedienen, zusätzliches Verpackungsmaterial ist nun nicht mehr notwendig. Zudem wird ein effizienteres Arbeiten ermöglicht, weil die gesammelten Geräte nicht mehrfach umgeladen werden müssen, bis sie an ihrem Bestimmungsort angekommen sind.
Der Hauptpreis war mit 5.000 Euro dotiert.

 
 

Auf den 2. Platz (Preisgeld 2.000 Euro) kam die Einreichung „Verantwortungsvolle Verwertung von Tunnelausbruchmaterial am Beispiel Koralmtunnel, Baulos KAT2“ der ÖBB-Infrastruktur AG (Linz).
Am Hauptbaulos des rund 33 Kilometer langen und zweiröhrigen Koralmtunnels der ÖBB-Infrastruktur AG fallen in Summe rund 8,6 Millionen Tonnen Tunnelausbruchmaterial an. Daher wurde bereits zu Beginn der Projektphase eine maximale Wiederverwertung des Ausbruchmaterials zur größtmöglichen Eigenversorgung angestrebt. Ziel war die Optimierung der gesamten Materialbewirtschaftung bei verringerter Umweltbelastung durch Minimierung von Transportvorgängen und weitgehende Ressourcenschonung.
Dank der intensiven Vorerkundungen können im Baulos KAT 2 über 80 Prozent des anfallenden Tunnelausbruchs vor Ort bautechnisch verwendet werden. Das Spektrum reicht dabei vom Einsatz als Gesteinskörnungen, u. a. für Beton und als Schüttmaterial für den Erdbau der freien Strecke, bis hin zu kapillarbrechenden Schichten, Frostkoffermaterial, Filter- bzw. Drainagekiesen und auch Dichtschichten.

Der 3. Platz und 1.000 Euro Preisgeld gingen an die wInterface GmbH (Graz) für deren Einreichung „wInterface – das innovative High-Tech-Fassadensystem“.
Die wInterface GmbH bringt ein patentiertes High-Tech-Fassadendämmsystem samt Produktionsanlage auf den Markt. Mit der automatisierten Herstellung der Dämmelemente wird das gesamte Verfahren der Gebäudedämmung auf digitale Prozesse umgestellt und wesentlich vereinfacht. Die industrielle Fertigung der maßgenauen Fassadenmodule erfolgt ganzjährig unter optimalen Bedingungen – die Montagezeit verkürzt sich von Monaten auf wenige Tage. Ressourcen werden geschont und Kosten gespart. Entsprechend der Bauproduktenverordnung ist auch eine rasche und saubere Demontage möglich. Damit könnte durch thermische Sanierung EU-weit jährlich der Import von 75 Mt. Rohöläquivalent im Wert von über 40 Mrd. Euro eingespart werden. Das sind 7,5 % des Gesamtenergieverbrauches der EU – eine Reduktion an CO2-Emissionen um 230 Mt. CO2-Äquivalent. Durch Multiplikation dieser Technologie im In- und Ausland soll ein Sanierungsschub in der EU ausgelöst werden.

Zudem wurden heuer 2 Sonderpreise zu je 2.000 Euro vergeben:

Die Einreichungen „48er-Tandler – der Wiener Altwarenmarkt“ (Magistratsabteilung 48, Wien) und „Wiener TafelFreuden: Noch Gutes vom Großgrünmarkt!“ (Wiener Tafel – der Verein für sozialen Transfer, Wien) teilten sich den Sonderpreis „Abfallvermeidung und Re-Use“, gestiftet von der Altstoff Recycling Austria AG (ARA).
Der 48er-Tandler ist ein neuer Secondhand-Markt mit Mehrwert für die Wiener Bevölkerung. Er hat das Ziel, Re-Use noch attraktiver zu machen. Die Waren stammen von den Mistplätzen (= Wr. Altstoffsammelzentren), wo intakte Gegenstände in der sogenannten 48er-Tandler-Box abgegeben werden können, oder sind nicht abgeholte Funde aus dem Zentralen Fundservice der Stadt Wien. Erklärtes Ziel ist es, schöne und voll gebrauchsfähige Waren anzubieten. Die Verkaufserlöse kommen karitativen Zwecken zugute. Bei der Wahl des Standortes wurde auf eine zentrale Lage mit guter Erreichbarkeit durch den öffentlichen Personennahverkehr geachtet.
Unter dem Motto „WienerTafelFreuden: Noch Gutes vom Großgrünmarkt“ retten die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der Wiener Tafel gemeinsam mit Flüchtlingen Obst in den Hallen der Obst- und Gemüsegroßhändler am Großgrünmarkt vor der Entsorgung durch Aussortieren und veredeln einen Teil davon weiter zu „Marmelade mit Sinn“. Große Mengen an genusstauglichem Obst werden entsorgt, weil einzelne Früchte verdorben sind und deshalb gesamte Gebinde im Müll landen – oft ist es für Großhändler nicht rentabel, die gute Ware von der schlechten händisch trennen zu lassen. Dringend benötigt werden diese frischen Lebensmittel wie Obst und Gemüse von den rund 18.000 Armutsbetroffenen in den 112 Sozialeinrichtungen im Großraum Wien, die laufend von der Wiener Tafel beliefert werden – ganz besonders in den neu entstandenen Flüchtlingsherbergen.

Der Sonderpreis „Zukunft denken – junge Ideen für die Abfallwirtschaft“ (2.000 Euro) ging an die Insectory GmbH (i. G.) für das Projekt „Insectory“.
Selbst teilweise verdorbene Lebensmittelabfälle lassen sich für die Zucht von Insektenlarven nutzen, die ein natürliches und effizientes Geflügelfutter darstellen. Das Team von Insectory – The Insect Factory will Nahrungsmittelkreisläufe kurzschließen, indem ausgewählte organische Abfälle in einem Container bei optimaler Temperatur und Luftfeuchte mithilfe der Larven der Schwarzen Soldatenfliege zu wertvollen Futtermitteln sowie hochwertigem Dünger verwertet werden. Die Auslieferung der reifen lebendigen Larven an Geflügelbauern erfolgt in den Zuchtkisten gemeinsam mit dem Restsubstrat. Das Geflügel folgt dem natürlichen Futterinstinkt und pickt die frischen Larven direkt aus dem Substrat. Das Ziel ist eine maximale Proteinausbeute bei optimaler Verwertung und Reduktion der zugeführten organischen Abfälle.

Der „Phönix“ ist eine Initiative des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich (Sektion V – Abfallwirtschaft, Chemiepolitik und Umwelttechnologie) gemeinsam mit dem ÖWAV.
Unterstützt wurde der „Phönix“ 2016 von der Altstoff Recycling Austria AG (ARA), der Kommunalkredit Public Consulting GmbH, der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände, dem Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VÖEB), dem Österreichischen Gemeindebund, dem Österreichischen Städtebund, den Ländern Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Steiermark und dem Magazin „Umweltschutz“ des Bohmann-Verlags Wien.

Fotos von der "Phönix"-Verleihung 2016

 

Bundesminister Andrä Rupprechter und ÖWAV-Präs. Roland Hohenauer mit der Moderatorin Kati Bellowitsch (Foto: ÖWAV/Titzer)

 

Die "Phönix"-Jury-Vorsitzenden Prof. Roland Pomberger und Priv.-Doz. Marion Huber-Humer (Foto: ÖWAV/Titzer)

 
 

Die Hauptpreisträger (Michael Merstallinger, TB Hauer und Gottfried Waizinger, Waizinger GesmbH) und (v. l.) Johannes Laber (KPC), ÖWAV-Präs. Roland Hohenauer und BM Andrä Rupprechter (BMLFUW) (Foto: ÖWAV/Titzer)

 

2. Platz: Die Preisträger (Franz Bauer und Erich Kolb, ÖBB Infrastruktur AG) und (v. l.) Stadtrat Anton Katzengruber (Österr. Städtebund), ÖWAV-Präs. Roland Hohenauer und BM Andrä Rupprechter (Foto: ÖWAV/Titzer)

 
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3. Platz: Wolfgang Winter (wInterface GmbH) und (v. l.) Elisabeth Punesch (Land NÖ), Wilhelm Himmel (Land Steiermark), BM Andrä Rupprechter und ÖWAV-Präs. Roland Hohenauer (Foto: ÖWAV/Titzer)

 

Sonderpreis „Abfallvermeidung und Re-Use“: Die Preisträger Josef Thon (MA 48) und Markus Hübl (Wiener Tafel) und (v. l.) Erwin Janda (ARA AG), BM Andrä Rupprechter und ÖWAV-Präs. Roland Hohenauer (Foto: ÖWAV/Titzer)

 
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Sonderpreis „Zukunft denken – Junge Ideen für die Abfallwirtschaft“: Preisträgerin Johanna Naynar (Insectory GmbH) und (v. l.) Präs. Hans Roth (VÖEB), Josef Moser (ARGE Abfallverbände) ÖWAV-Präs. Roland Hohenauer und BM Andrä Rupprechter (Foto: ÖWAV/Titzer)

 

Gruppenbild der PreisträgerInnen und Vertreterinnen der Sponsoren (Foto: ÖWAV/Titzer)

 
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Für die musikalische Untermalung sorgten "The Rat's Back" (Foto: ÖWAV/Titzer)

 

Moderatorin Kati Bellowitsch und ÖWAV-GF Manfred Assmann (Foto: ÖWAV/Titzer)

 

Die Träger des "Phönix" 2016

 
ÖWAV
 
BMLFUW
 

Die Sponsoren des "Phönix" 2016

 
Altstoff Recycling Austria AG
 
Kommunalkredit Public Consulting GmbH
 
Magazin "Umweltschutz"
 
ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände
 
Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe
 
Österreichischer Gemeindebund
 
Österreichischer Städtebund
 
Land Burgenland
 
Land Niederösterreich
 
Land Oberösterreich
 
Land Salzburg
 
Land Steiermark
 

Phönix-Koordination

Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV)
Mag. Fritz Randl
Tel. +43-1-535 57 20-86
randl@oewav.at