02.07.18
Erfahrungsaustausch zum Umgang mit Abfällen auf Baustellen
Am 28. Juni 2018 veranstaltete der ÖWAV in Kooperation mit dem BMNT, der WKÖ und dem VÖEB die Veranstaltung „Umgang mit Abfällen auf Baustellen“ in Wien. Nach über 16 ÖWAV-Kursen zum „Umgang mit Abfällen auf Baustellen“ mit nahezu 500 TeilnehmerInnen, konnten in diesem Seminar Erfahrungen ausgetauscht und aktuelle Entwicklungen sowie offene Fragen zur Diskussion gestellt werden. 

ÖWAV-GF DI Manfred Assmann und DI Roland Starke (BMNT) begrüßten die knapp 70 TeilnehmerInnen und leiteten gemeinsam mit Ing. Andreas Westermayer (Intergeo GmbH) die Veranstaltung fachlich ein. Westermayer präsentierte seine Erfahrungen als ÖWAV-Kursleiter, die Entwicklung der für Baustellen relevanten Rechtsgrundlagen und einige Diskussionsschwerpunkte der Kurse, u.a. Fragestellungen zur Zwischenlagerung und erlaubnisfreien Rücknehmern auf der Baustelle. Starke ergänzte den Vortrag mit ausgewählten Details hinsichtlich der Aushubmaterialien als Recycling-Baustoff, dem Umgang mit Bankettschälgut und kommende spezifischere Vorgaben für Sedimente aus Wildbächen, für welche auch ein ÖWAV-Arbeitsbehelf in Ausarbeitung ist. 

Nachdem Ing. Christoph Kranz (Strabag) im Detail auf die kurz vor der Veröffentlichung stehenden FAQ zum ALSAG in der Baupraxis einging, informierte Mag. Martin Niederhuber (NHP) über die „Highlights“ der Judikatur für Baustellen. Dort wurden u.a. die Judikate bzgl. „Bauunternehmen als Abfallerzeuger“, „Verfüllung als Verwertung“ und der „6-Monate-Frist mobiler Anlagen“ angesprochen.

Am Nachmittag berichtete DI Martin Car (BRV) von den Erfahrungen der Baustoff-Recyclingwirtschaft seit der neuen bzw. novellierten Recycling-Baustoffverordnung. Betont wurde, dass mit der Novelle das Recycling wieder mit einer erhöhten Rechtssicherheit durchgeführt werden kann. Hingewiesen wurde u.a. auf Widersprüche der ÖNORM B 3151 zur Verordnung, welche im Zuge einer Überarbeitung bis zum Jahresende behoben werden sollen. Über die Überarbeitung der ÖNORM B 3151 informierte Dr. Arne Ragossnig (RT Umweltkonsulenten ZT GmbH) im Detail. Sehr positiv aufgenommen wurde der verwertungsorientierte Rückbau als Voraussetzung für die Anlieferung von Baurestmassen. Erfreulich ist, dass dadurch der Produktstatus zwischenzeitlich von mehr als 2/3 der Recycling-Baustoffe erreicht wird. Dem gegenüber steht jedoch – durch die Erhöhung der Mengenschwelle auf 750 Tonnen – auch ein Nachlassen des dokumentierten Rückbaus. Explizit wurde daher auch auf mögliche Verbesserungspotenziale bzgl. der „Kleinmengenregelung“ gemäß §10a BRV hingewiesen. 

Martina Holy, CMC (Martina Holy Abfallberatung-Verwertungen) rückte die Verpflichtungen und Vorgaben des EDM auf Baustellen in den Fokus und stellte die Registrierung von Herstellern von Recycling-Baustoffen und Aufzeichnungspflichten anhand eines konkreten Fallbeispiels dar. Dr. Wolfgang Seltner (Amt der OÖ LR) teilte seine Erfahrungen aus Sicht der Behörde. Veranschaulicht wurden Überprüfungen der Erlaubnispflichten, erlaubnisfreien Rücknehmer sowie Zwischenlagerung und Abfallbehandlungen direkt auf der Baustelle, auch im Zusammenhang mit der Altlastenbeitragspflicht. 

DI Christian Mlinar (Bernegger GmbH) ging in seinem interessanten und praxisorientierten Vortrag auf den richtigen Umgang mit künstlichen Mineralfasern (KMF) auf der Baustelle ein. Hervorgehoben wurde die persönliche Schutzausrüstung (PSA) beim Rückbau von KMF, auf welche auch ein im Jänner 2018 veröffentlichter WKO-Leitfaden hinweist. Weitere Informationen wurden zum Umgang mit Dämmmaterialien (XPS- und EPS-Platten) gegeben, wobei ergänzend Dr. Jutta Kraus (BMNT) auf die Relevanz von HP14 „ökotoxisch“ für die Bauwirtschaft eingegangen ist. Angemerkt wurde, dass - aufgrund der Trennpflicht gemäß RBV - für Bauschutt (SN 31409) und aufgrund der raschen Carbonatisierung Betonabbruch (SN 31426) eine Regelvermutung besteht, womit der Abfall grundsätzlich keine Ökotoxizität aufweist. Auch Bodenaushub (SN 31411 xx) benötigt keine Berechnung/Testung auf HP14. Weitere Details zu anderen Abfallarten finden sich im kürzlich veröffentlichten HP-14 Leitfaden (LINK) des BMNT.




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