22.11.18
Seminar "Anpassungen an den Klimawandel"
Das Ziel des vom „Forum – Klimawandel“ im ÖWAV entwickelten Seminarprogrammes war es, Aktuelles aus der Klimaforschung mit möglichen Anpassungsmaßnahmen zu verbinden.

Die von Prof. Blöschl vorgestellte Studie „Klimawandel in der Wasserwirtschaft“ für Österreich, geht von einem prognostizierten Temperaturanstiegsszenario von plus 1,5 bis 2 Grad aus. Dabei scheinen sich die bisherigen Annahmen betreffend Veränderungen bei Starkregenereignissen bzw. bei Dürre- und Trockenzeiten zu verstärken. 

Prof. Daniela Jakob, vom Climate Service Center Germany (GERICS) sieht die vereinbarte Begrenzung des Temperaturanstieges weniger als ein technisches Problem als vielmehr eine Frage des politischen Willens.

Die Auswirkungen des Klimawandels stehen im engen Zusammenhang mit einem schon jetzt verletzlichen Wasserhaushalt. Den Wasserhaushalt vorsorglich zu schützen ist daher eine vorrangige Anpassungsstrategie. In den Fachvorträgen wurde auch der bekannt starke Zusammenhang zwischen Raumplanung, Bodennutzung und Wasserhaushalt aufgezeigt und insbesondere der in Österreich praktizierte „Bodenverbrauch“ kritisiert.

Zur Anpassung der wasserwirtschaftlichen Infrastruktur als „Reaktion“ auf den Klimawandel wurden realisierte bzw. geplante Projekte für den Bereich der Trinkwasserversorgung am Beispiel von Niederösterreich und der Steiermark vorgestellt. Die Vernetzung von Wasserversorgern untereinander und die Absicherung mit Trinkwasservorkommen unterschiedlicher Herkunft sind Kernelemente dieser Maßnahmen.

Im Umgang mit den zunehmenden Starkregenereignissen wurden im Sinne eines umfassenden Hochwasserrisikomanagements vor allem präventive Handlungsfelder aufgezeigt. Für die Landwirtschaft stellt der Klimawandel große Herausforderungen einerseits in Bezug auf Wassernutzung für Bewässerung bzw. Frostberegnung und andererseits für eine angepasste Bodenbewirtschaftung und den Einsatz geeigneter Kulturen dar. Dabei ist vielfach der technisch und wirtschaftlich aufwendige Bau von Wasserspeichern aber auch der Einsatz innovativer Technologien erforderlich .

Der Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor in Österreich nutz die Ressource Wasser umfassend bzw. stellen die Sicherung der Trinkwasserversorgung und die zunehmend erforderliche künstliche Beschneiung notwendige Anpassungsmaßnahmen dar.

Am Beispiel der Studie zur Grundwasserbewirtschaftung im Seewinkel wurde anschaulich, dass Maßnahmen fachlich und organisatorisch herausfordernd sind und nur in koordinierender Abstimmung mit allen Nutzungs- und Schutzaspekten nachhaltig erfolgreich sein können. 

Die Herausforderungen zur Anpassung der Wasserwirtschaft an den Klimawandel konnten anlässlich des diesjährigen Seminars mit wichtigen Themen- und Fragestellungen erörtert werden. Das Thema wird jedoch eine weitergehende, vor allem langfristige, wenn nicht dauerhafte Herausforderung darstellen, mit der sich auch noch weitere ÖWAV-Seminare auseinandersetzen werden. 

(Text: HR DI Johann Wiedner)


Impressionen der Veranstaltung
(Fotos: ÖWAV)


Zurück

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Seminar "Vergaberecht in der Praxis"

Am 14. März 2019 veranstaltete der ÖWAV das Seminar „Vergaberecht in der Praxis“, in Kooperation mit dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, dem Verband österreichischer Entsorgungsbetriebe, dem Österreichischen Gemeindebund und dem Österreichischen Städtebund, in Wien.


Neptun Wasserpreis 2019 geht an das Österreichische Rote Kreuz

Im festlichen Ambiente des Wiener Odeon Theaters wurde am 13. März der Neptun Wasserpreis verliehen. Bundesministerin Elisabeth Köstinger überreichte mit den Vertreterinnen und Vertretern der österreichischen Wasserszene die Auszeichnungen.


Vorstellung des ÖWAV-Regelblattes 35 „neu“

Am 6. März 2019 wurde im Landhaus in St. Pölten erstmals das vollständig überarbeitete ÖWAV-Regelblatt 35 „Einleitung von Niederschlagswasser in Oberflächengewässer“ vorgestellt. Die Veranstaltung war mit über 120 Personen ausgebucht. 


Informationen zu Cookies auf ÖWAV-Seite: Diese Seite verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Impressum
Kontakt