Neptun Wasserpreis 2021

Bundesministerin Elisabeth Köstinger gab am 15. März 2021 mit den Partnerinnen und Partnern des Neptun Wasserpreises, sowie Vertreterinnen und Vertretern der österreichischen Wasserszene die Gewinner-Projekte in den fünf Kategorien WasserGEMEINDE, WasserWIEN, WasserFORSCHT, WasserBILDUNG und WasserKREATIV bekannt. ORF-Moderatorin Mari Lang führte durch die Online-Veranstaltung.
 
Die 12. Verleihung des österreichischen Umwelt- und Innovationspreises zum Thema Wasser fand aufgrund der Covid-19-Pandemie erstmals online statt und es gibt eine weitere Neuerung: Der mit 3.000€ dotierte Hauptpreis wird in einem öffentlichen Online-Voting bis zum 22. März 2022, dem Weltwassertag, ermittelt. Über 550 Einreichungen sind diesmal beim Neptun Wasserpreis eingegangen, davon 330 in den drei mit je 5.000€ dotierten Fachkategorien: Forschung, Kunst und (Bewusstseins-)Bildung.
 
WasserFORSCHT: Wassermanagement in Äthiopien, grüne Infrastruktur in Städten und umweltfreundliche Alternative zu mineralölbasierten Pflanzenschutzmitteln
 
Die Sparte WasserFORSCHT zeichnet herausragende Forschungsprojekte zu Wasserthemen aus – die Qualität und Innovationskraft der eingereichten Projekte waren diesmal besonders beeindruckend. Als Siegerprojekt wurde die Forschungskooperation „Nachhaltige Nutzung der Oberflächengewässer im äthiopischen Hochland“ der Ambo University Äthiopien mit der BOKU Wien gekürt. Die Jury sieht in dem Projekt ein gelungenes Beispiel für transkontinentale Forschung im Bereich der Gewässerbewirtschaftung und Wassernutzung. Der zweite Platz ging an die Dissertation „Back to the roots – Mit grüner Infrastruktur zurück zum natürlichen Wasserkreislauf“ von Johannes Leimgruber (TU Graz). Darin entwickelt er eine Methode, um die unterschiedlichen Maßnahmen der „Naturnahen Niederschlagswasserbewirtschaftung (NWB) zu bewerten, gegenüberzustellen und miteinander zu verknüpfen, was eine wichtige Entscheidungsgrundlage für eine zukunftsorientierte Planung urbaner Infrastruktur ermöglicht. Den dritten Platz  erreicht das von Renate Weiß eingereichte Projekt:  „Lignin-basierte Trägersysteme für die Agro-Biotechnologie“, das den Einsatz des Holzbestandteils Lignin als umweltfreundliche Alternative zu mineralölbasierten Trägersystemen für Pflanzenschutzmittel untersucht.
 
WasserKREATIV: Von bewohnbaren Brücken, poetischen Körpern und widerspenstigen Flüssen
 
In der Kategorie WasserKREATIV wurde heuer ein neuer Einreichrekord erreicht – gesucht waren zeitgenössische, künstlerische Werke aus den Sparten Architektur, Bildende und Darstellende Kunst, Literatur und Medienkunst, die sich mit Wasser auseinandersetzen. Den ersten Platz konnte Danijel Zorec mit einem kühnen, architektonischen Entwurf zu bewohnbaren Brücken über der Donau in Wien erringen: „The Living Bridges of Vienna“.  Der zweite Platz ging an die Künstlerin Julischka Stengele für ihre Videoperformance „Bodies of Water“. Platz drei ging an Angelika Wischermann für ihr Projekt „Überdruss am Überfluss“, das einen Staudammbau in Echtzeit auf Video bannt.
 
WasserBILDUNG: Wissensvermittlung zu Moorgebieten, zum Plastik in der Donau und zum eigenen Wasserverbrauch
 
Auch die erst 2019 ins Leben gerufene Kategorie WasserBILDUNG wurde heuer wieder gut angenommen – neben Maßnahmen und Kampagnen zur Bewusstseinsbildung zu Wasserthemen werden hier auch Bildungsprojekte von Schulen rund ums Wasser vor den Vorhang geholt. Auf das Siegerpodest geschafft hat es heuer die Sonderausstellung zu „Moorschutz ist Klimaschutz“ des Naturpark Hochmoor Schrems, die (jungen) Besucherinnen und Besuchern komplexe Themen interaktiv vermittelt. „PlasticFreeDanube“ der Universität für Bodenkultur in Wien schaffte es auf Platz zwei. Das Projekt widmet sich dem Thema Makro-Kunststoffverschmutzungen in und entlang der Donau. In Workshops, im Rahmen derer Schülerinnen und Schüler selbst mithilfe von eigens entwickelten Sortierprotokollen als Forschende aktiv waren, sowie einem Podcast wurde die Problematik Kindern und Jugendlichen in der Praxis näher gebracht. Platz drei erreichte die Volksschule Oberwart mit dem Projekt „Water Footprints“, bei dem Schülerinnen und Schülern der dritten Schulstufe das Thema „direkter und indirekter Wasserverbrauch“ spielerisch und auf vielfältige Weisen vermittelt wurde.
 
„Erfrischend Wienerische“ Beiträge
 
In der fünften Kategorie WasserWIEN wiederum wurden Fotos und Videos mit Wien-Bezug zum Motto „Erfrischend Wienerisch“ gesucht. Aus den von einer Jury der Stadt Wien nominierten Top10-Beiträgen wurden auch hier mittels Publikumsvoting drei GewinnerInnen ermittelt, die sich ein Preisgeld von 3.000€ teilen. Die Beiträge von Renate Stigler, Johann Frank und Lukas Bast überzeugten das Publikum und erhielten die meisten Stimmen beim Onlinevoting.
 
Kommunales Engagement zu Wasser: Neustift in Tirol ist WasserGEMEINDE 2021
 
Die Kategorie WasserGEMEINDE steht ganz im Zeichen der Regionalität und würdigt Engagement rund ums Wasser auf kommunaler Ebene – die Länderjurys der sieben beteiligten Bundesländer kürten regionale Projekte aus den Bereichen Wasserversorgung, Gewässerschutz, aber auch touristische Erlebnismöglichkeiten zu Wasser. Mittels Onlinevoting wurde die Bundessieger-Gemeinde ermittelt und die Gemeinde Neustift in Tirol konnte sich mit dem „WildeWasserWeg“ durchsetzen – einem Wanderweg des Tourismusverband Stubai Tirol, der alpines Wasser in all seinen Formen erlebbar macht.
 
Nähere Informationen zu den ausgezeichneten Projekten gibt es unter www.neptun-wasserpreis.at/projekte
 
Die Aufzeichnung der Neptun-Preisveranstaltung steht unter https://www.neptun-wasserpreis.at/preisverleihung/ zur Verfügung.
 
 
Online-Voting: 9 Wasserprojekte im Rennen um den Neptun Hauptpreis!
 
Vor der Preisverleihung ist nach der Preisverleihung, denn die jeweils drei Erstplatzierten in den Fachkategorien WasserFORSCHT, WasserKREATIV und WasserBILDUNG hatten zusätzlich zur Kategorieauszeichnung die Chance auf den mit 3.000€ dotierten Neptun Hauptpreis – dieser wurde 2021 erstmals mittels Online-Voting bis zum 22. März ermittelt. 
 Der Hauptpreis ist traditionell der Höhepunkt der Neptun Preisverleihung. Dieses Jahr konnte dieser jedoch nicht wie gewohnt per Saalvoting ermittelt werden. Stattdessen stellten sich neun Projekte einem öffentlichen Online-Voting:
 
 „Ethiopian Highland Freshwaters“ – Geda Oncho (Ambo University und BOKU)
„Back to the roots – Mit grüner Infrastruktur zurück zum natürlichen Wasserkreislauf“ – Johannes Leimgruber (TU Graz)
„Lignin-basierte Trägersysteme für die Agro-Biotechnologie“ – Renate Weiß (IFA Tulln der BOKU Wien)
„The Living Bridges of Vienna“ – Danijel Zorec
„Bodies of Water“ – Julischka Stengele
 „Überdruss am Überfluss“ – Angelika Wischermann
Sonderausstellung „MOOR – Vom Gatsch zum Klima“ – Naturpark Hochmoor Schrems
 „Plastic Free Danube“ – BOKU Wien
„Water Footprints“ – Volksschule Oberwart
 
Letztendlich konnte sich die Sonderausstellung „MOOR – Vom Gatsch zum Klima“ des Naturparks Hochmoor Schrems den Neptun Hauptpreis 2021 sichern. 
 
Seit Ende Mai 2020 widmet sich das Besucherzentrum des Naturparks Hochmoor Schrems in Form einer interaktiven Sonderausstellung dem Thema „Moorschutz ist Klimaschutz“. Die Sonderausstellung besteht aus Informationstafeln, einem Film über Moore der böhmischen Masse und interaktiven Stationen für alle Altersgruppen. Besucherinnen und Besucher werden bei Klischees über Moore abgeholt und zu einem differenzierten Blick auf diesen ungewöhnlichen Lebensraum hingeführt.
 
Die Sonderausstellung wurde bereits bei der Neptun Preisverleihung am 15. März 2021  als Sieger der Fachkategorie WasserBILDUNG durch Bundesministerin Elisabeth Köstinger und die Partnerinnen und Partner des Neptun geehrt. Barbara Dolak, Teil der Geschäftsführung des Naturparks Hochmoor Schrems, nahm die Auszeichnung entgegen und wies darauf hin, wie wichtig intakte Moorlandschaften für den Klimaschutz sind: „Intakte Moore machen nur etwa 3% der Erdoberfläche aus und in diesen 3% ist aber mehr Kohlenstoff gelagert als in allen Wäldern der Welt. Wir haben als Naturpark Hochmoor Schrems die lohnende Aufgabe in unterschiedlichen Bereichen tätig zu sein: dem Schutz der Moore, der Regionalentwicklung und vor allem auch der Bildung.“


 
Screenshots der Veranstaltung
 
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