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07.11.25

EU-Richtlinie zur Bodenüberwachung (Soil Monitoring Law)

Mit der endgültigen Verabschiedung der EU-Richtlinie zur Bodenüberwachung („Soil Monitoring Law“) am 23. Oktober 2025 hat die Europäische Union einen bedeutenden Schritt zum Schutz der Böden und zur Eindämmung der fortschreitenden Bodendegradation gesetzt. Die Richtlinie verpflichtet alle Mitgliedstaaten, ein umfassendes System zur Bewertung der Bodengesundheit zu etablieren – mit dem Ziel, bis 2050 gesunde Böden in der gesamten EU sicherzustellen und damit einen zentralen Beitrag zur „Zero Pollution“-Strategie zu leisten. 

Böden erfüllen weit mehr Funktionen als nur die landwirtschaftliche Nutzung oder das Bereitstellen von Lebensräumen für Organismen. Sie sind ein essenzieller Bestandteil des natürlichen Wasserkreislaufs: Sie speichern Wasser und Nährstoffe, filtern Schadstoffe und tragen maßgeblich zur Qualität des Grundwassers bei. 

Darüber hinaus spielen gesunde Böden eine entscheidende Rolle im Kampf gegen den Klimawandel und wetterbedingte Naturkatastrophen. Ein erheblicher Teil des globalen CO₂ ist im Boden gespeichert. Die natürliche Speicherkapazität widerstandsfähiger Böden, Feuchtgebiete und Wälder übertrifft jene künstlicher Speicherlösungen bei weitem – und das bei deutlich geringeren Kosten. Eine verbesserte Wasserrückhaltung kann Überschwemmungen und Dürren abmildern und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Erdrutschen und Bodenerosion erhöhen. 

Gesunde Böden tragen zur Katastrophenvorsorge bei und dienen als langfristige Reservoirs zur Auffüllung der Grundwasserkörper. Ihr hohes Versickerungsvermögen unterstützt zudem die Waldbrandprävention und fördert die Entwicklung einer robusten Pflanzendecke. 

Die neue EU-Richtlinie würdigt diese vielfältigen Funktionen und schreibt die regelmäßige Erhebung von Daten zu chemischen, physikalischen und biologischen Bodenparametern vor – darunter auch Schadstoffe wie PFAS und Pestizide. Für die österreichische Wasserwirtschaft bedeutet dies eine stärkere Verzahnung von Boden- und Gewässerschutz. Erkenntnisse aus dem Bodenmonitoring können frühzeitig auf Risiken für die Wasserressourcen hinweisen und gezielte Gegenmaßnahmen ermöglichen. 

Ein weiterer Schwerpunkt der Richtlinie liegt auf der Reduktion von Bodenverschmutzung. Innerhalb von zehn Jahren soll eine öffentlich zugängliche Liste potenziell kontaminierter Böden erstellt werden. Ergänzend wird eine „Watchlist“ für neu auftretende Schadstoffe eingeführt, die ein Risiko für die Boden- und Umweltgesundheit darstellen könnten. 

Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, belastete Flächen zu identifizieren, zu bewerten und gegebenenfalls zu sanieren. Österreich verfügt bereits über ein etabliertes Altlastensystem, doch die neuen EU-Vorgaben führen zu einer intensiveren und systematischeren Erfassung und Bewertung solcher Flächen. 

Zur Vereinfachung der Umsetzung können die Mitgliedstaaten auf bestehende nationale Methodologien zurückgreifen oder gleichwertige Verfahren anwenden. Zusätzlich plant die Kommission, die Länder durch eine Erweiterung des bestehenden EU-Bodenprobenahmeprogramms LUCAS Soils zu unterstützen. 

Mit dem Projekt SoMONA (Soil Monitoring Austria) bereitet sich Österreich aktiv auf die Umsetzung der neuen Richtlinie vor. Ziel ist die Erhebung und Bereitstellung relevanter Bodendaten sowie der Aufbau eines nationalen Bodenmonitoring-Netzwerks, das Informationen aus allen Bundesländern bündelt. 

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