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12.10.26

Seminar „Post-Consumer-Textilien“

Wie können aus Alttextilien hochwertige Sekundärrohstoffe entstehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des ÖWAV-Seminars „Post-Consumer-Textilien – Vom Alttextil zum hochwertigen Sekundärrohstoff“ am 7. Oktober 2026. Fachleute aus Industrie, Entsorgungswirtschaft und Forschung diskutierten die Voraussetzungen für ein Textilrecycling im industriellen Maßstab. Die Veranstaltung bildete den Auftakt zur neuen ÖWAV-Seminarreihe „Kreislaufwirtschaft in der Industrie. Sekundärrohstoffe als Zukunftsressource“.

Die Beiträge zeigten: Steigende Sammelmengen allein schaffen noch keinen funktionierenden Textilkreislauf. Entscheidend sind eine gezielte Sortierung, geeignete Recyclingverfahren und verlässliche Abnehmer für die gewonnenen Sekundärrohstoffe. Gleichzeitig erschweren sinkende Kleidungsqualität und unterschiedliche Materialzusammensetzungen die Verwertung.

In seiner Keynote beleuchtete Christian Schindler von der International Textile Manufacturers Federation (ITMF) die globalen Strukturen der Textilwirtschaft. Ein europäischer Textilkreislauf ist auch von Verarbeitungskapazitäten außerhalb Europas abhängig: Recycelte Fasern müssen erneut versponnen und zu neuen Produkten verarbeitet werden.

Anastasia Zefkili (ANDRITZ AG) erläuterte die technischen und wirtschaftlichen Anforderungen an das Recycling. Neben einem konstanten Materialinput sind konkurrenzfähige Preise wesentlich. Fasertyp, Faserlänge und Zusammensetzung bestimmen, welches Verfahren eingesetzt werden kann. Mischgewebe, Beschichtungen und Metallteile stellen dabei besondere Herausforderungen dar – und zeigen, wie wichtig recyclinggerechtes Produktdesign ist.

Eva-Maria Wurzer (Saubermacher AG) betonte, dass die Anforderungen des Marktes stärker in den Mittelpunkt rücken müssen: Welche Produkte werden gebraucht und welche Qualität müssen textile Sekundärrohstoffe dafür aufweisen? Neben der Textilindustrie kommen auch die Bau- und Möbelindustrie als Abnehmer infrage. Erfahrungen aus Pilotprojekten verdeutlichten zudem, wie wichtig eine sorgfältige Prüfung ist, um noch tragfähige Kleidung einer Wiederverwendung zuzuführen.

Für den Aufbau funktionierender Textilkreisläufe braucht es somit das Zusammenspiel von Sammlung, Sortierung, Technologie und Absatzmärkten – ebenso wie qualifizierte Fachkräfte. Die neue ÖWAV-Seminarreihe greift diese Fragen auf und widmet sich den Möglichkeiten, Sekundärrohstoffe in der Industrie verstärkt einzusetzen.


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