Am 3. Februar 2026 fand an der Universität Innsbruck das ÖWAV-Seminar „Geschiebe in Fließgewässern – Herausforderungen, Auswirkungen, Maßnahmen“ statt. Zahlreiche Fachleute aus Verwaltung, Planung, Wissenschaft, Energieversorgung und Praxis nutzten die Gelegenheit, sich intensiv über aktuelle Entwicklungen im Geschiebemanagement auszutauschen.
Nach der Begrüßung durch Thomas Blank (Amt der Vorarlberger Landesregierung) und Markus Aufleger (Universität Innsbruck) widmete sich der erste Themenblock den Grundlagen des Geschiebehaushalts und dessen Veränderungen. Expert:innen der Universität für Bodenkultur Wien und der Universität Innsbruck beleuchteten die Auswirkungen auf Flussmorphologie, Nutzungen und Ökologie sowie die Entwicklung von ursprünglich natürlichen zu wasserbaulich veränderten Gewässerstrecken. Auch die Bedeutung eines intakten Geschiebehaushalts für die Fischökologie wurde anschaulich dargestellt.
Am Nachmittag stand das Geschiebemanagement in Einzugsgebieten im Mittelpunkt. Beiträge aus Oberösterreich, der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie aus Forschungsprojekten wie „Danube Sediment“ zeigten, wie Monitoring, numerische Modellierungen und strategische Feststoffkonzepte zur Bewältigung aktueller Herausforderungen – insbesondere im Kontext des Klimawandels – beitragen können.
Der dritte Block widmete sich konkreten Umsetzungsmaßnahmen. Praxisbeispiele zum Geschiebemanagement am Tiroler Inn, zur Geschiebedurchgängigkeit an der Mittleren Salzach sowie zu flussmorphologischen Konzepten an der Unteren Salzach verdeutlichten, wie theoretische Ansätze in der Praxis realisiert werden.
In den Diskussionsrunden zeigte sich deutlich: Ein nachhaltiges Geschiebemanagement erfordert integrative Planung, fachübergreifende Zusammenarbeit und eine kontinuierliche Anpassung an veränderte hydrologische und klimatische Rahmenbedingungen. Das Seminar bot dafür eine wertvolle Plattform für Wissenstransfer und Vernetzung.
Der ÖWAV bedankt sich bei allen Vortragenden und Teilnehmenden für den engagierten fachlichen Austausch.