Der Weltwassertag am 22. März macht jährlich auf die zentrale Bedeutung von Wasser aufmerksam. Weltweit haben rund 1,8 Milliarden Menschen keinen eigenen Zugang zu sicherem Trinkwasser. In zwei von drei Haushalten sind es vor allem Frauen, die für die Wasserversorgung zuständig sind – gleichzeitig sind sie in Entscheidungsprozessen häufig unterrepräsentiert. Rund 14 % der Länder verfügen über keine Mechanismen, um Frauen gleichberechtigt in wasserbezogene Entscheidungen einzubinden.
In Österreich ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser eine Selbstverständlichkeit. Doch ein Blick auf die Geschlechterverteilung im Wassersektor zeigt, dass auch hier weiterhin Handlungsbedarf besteht: In Wien sind 35,7 % der Beschäftigten in Umweltberufen Frauen, in den Naturwissenschaften liegt ihr Anteil bei 29,8 %, in technischen Bereichen jedoch nur bei 17,2 %.
Auch im Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) spiegelt sich dieses Bild wider: Frauen machen rund 18 % des Netzwerks (≈ 50.000 Personen) aus, sind zu 23 % in Ausschüssen vertreten und stellen 22 % in Vorstand und Präsidium.
Gleichzeitig zeigt sich, dass gezielte Maßnahmen wirken: Die Initiative „Frauen in der Wasser- und Abfallwirtschaft“ vernetzt aktuell rund 425 Frauen und stärkt Austausch, Sichtbarkeit und Entwicklungsmöglichkeiten. Besonders positiv ist die Entwicklung bei den „Jungen im ÖWAV“: Hier sind 57 % der Kernteam-Mitglieder weiblich, der Anteil der Teilnehmerinnen liegt bei 49 %.
Für den ÖWAV ist klar: Vielfalt stärkt die Branche und trägt wesentlich zu nachhaltigen, resilienten und zukunftsfähigen Systemen bei. Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Frauen im Wassersektor ebenso selbstverständlich vertreten sind wie der Zugang zu Trinkwasser in Österreich.
Sujet UN Water World Water Day/Daniel Dolidze