Am 28. April 2026 fand in Wien der 4. Österreichische Wasserstofftag des ÖWAV statt. Mehr als 100 Teilnehmer:innen nutzten die Veranstaltung zum fachlichen Austausch über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven der Wasserstofftechnologie.
Eröffnet wurde die Tagung von ÖWAV-Vizepräsident Gerhard Gamperl und Staatssekretärin Elisabeth Zehetner. In ihrem Statement betonte Zehetner die Bedeutung einer diversifizierten Energieversorgung sowie das Ziel, saubere, sichere und leistbare Energie in Österreich bereitzustellen. Wasserstoff werde dabei künftig eine wichtige Rolle einnehmen. Auch die laufenden Arbeiten am Gas- und Wasserstoffmarktgesetz wurden angesprochen.
Im ersten Block standen Strategien, Ziele und rechtliche Rahmenbedingungen im Mittelpunkt. Vertreter:innen aus Ministerien, Energieunternehmen und Infrastrukturbetreibern gaben Einblicke in den aktuellen Stand der Wasserstoffstrategie in Österreich, nationale und internationale Projekte sowie den Aufbau zukünftiger Wasserstoffkorridore.
Der zweite Themenblock widmete sich internationalen Entwicklungen. Beiträge aus Bayern und der Schweiz zeigten unterschiedliche Zugänge und Umsetzungsstrategien im Bereich Wasserstoff. Darüber hinaus wurden rechtliche Fragestellungen sowie internationale Großprojekte und Infrastrukturthemen diskutiert. Begriffe wie Markthochlauf, Skalierung, robuste Korridore oder auch die vielfach angesprochene „Henne-Ei-Problematik“ prägten die Vorträge und Diskussionen.
Am Nachmittag standen konkrete Praxisbeispiele im Fokus. Neben Anwendungen im Automotive- und Energiebereich wurde zum Abschluss mit dem „H2 Park Asten“ ein Forschungs- und Pilotprojekt vorgestellt, das Wasserstofftechnologie mit dem ÖWAV-Kernthema Abwasser verbindet. Dominik Mattheisl von der LINZ AG präsentierte das Projekt unter dem Motto „wo aus 500 Mio. Litern Abwasser pro Tag Wasserstoff wird“. Mit insgesamt 46 Projektpartnern sei Zusammenarbeit und gegenseitiges Lernen ein zentraler Erfolgsfaktor – besonders in herausfordernden Zeiten.
Den Abschluss bildete ein Panel zur Frage, welche Rahmenbedingungen für eine raschere Umsetzung von Wasserstoffprojekten erforderlich sind.
Der ÖWAV bedankt sich bei allen Vortragenden und Teilnehmer:innen für den fachlichen Austausch sowie insbesondere bei Gerhard Gamperl und dem gesamten Organisationsteam – Bernd Rajal und Christoph Cudlik (Schönherr Rechtsanwälte) sowie Christian Mitmasser (ecoplus) – für die gelungene Veranstaltung.