Im Anschluss an die Fachtagung „Blau-grün konkret – Impulse aus der Praxis“ lud der Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) am 18. Juni 2026 zu einer Exkursion nach St. Pölten ein. Ziel war es, blau-grüne Infrastruktur nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern direkt im Stadtraum erlebbar zu machen.
Vom Ist-Zustand zur Vision
Treffpunkt war der Hauptbahnhof St. Pölten, von wo aus die Exkursion ihren Ausgang nahm. Bereits zu Beginn wurde bewusst ein Abschnitt des Promenadenrings besucht, der bislang noch nicht umgestaltet wurde.
Hier konnten die Teilnehmer:innen unmittelbar nachvollziehen, vor welchen Herausforderungen viele Städte stehen:
- Dominanz des Verkehrsraums
- Versiegelte Flächen
- Sichtbar gestresste und wenig vitale Bäume
- Kaum Aufenthaltsqualität
Dieser direkte Eindruck machte deutlich, wie stark klassische infrastrukturelle Ansätze an ihre Grenzen stoßen – und wie dringend neue Lösungen erforderlich sind.
Der Promenadenring neu gedacht
Im Anschluss führte die Route zum bereits umgesetzten Abschnitt beim Linzer Tor, wo das neue blau-grüne Konzept eindrucksvoll sichtbar wird.
Die Teilnehmer:innen erhielten einen umfassenden Einblick in die Neugestaltung des Straßenraums, bei der wasserwirtschaftliche und freiraumplanerische Maßnahmen konsequent miteinander verknüpft wurden. Das Ergebnis ist ein sichtbar aufgewerteter Stadtraum, der sowohl funktional als auch gestalterisch überzeugt.
Besonders hervorzuheben sind:
- die Integration von Grün- und Wasserelementen in den Straßenraum
- verbesserte Bedingungen für Stadtbäume
- Maßnahmen zur lokalen Kühlung und Regenwasserrückhaltung
- die deutliche Steigerung der Aufenthaltsqualität
Die Umsetzung zeigt eindrucksvoll, wie blau-grüne Infrastruktur dazu beitragen kann, stark belastete Verkehrsflächen in lebenswerte, klimaresiliente Stadträume zu transformieren.
Fachlicher Austausch vor Ort
Ein zentrales Element der Exkursion war der intensive fachliche Dialog. Die Teilnehmer:innen nutzten die Gelegenheit, konkrete Details zur Planung, Umsetzung und zu den Herausforderungen des Projekts zu diskutieren.
Die Diskussionen waren geprägt von großem Interesse und einem offenen Austausch zu Fragen wie:
- Welche technischen Lösungen haben sich bewährt?
- Wie wurden Zielkonflikte – etwa zwischen Verkehr und Begrünung – gelöst?
- Welche Erkenntnisse lassen sich auf andere Städte übertragen?
Gerade dieser direkte Austausch im gebauten Raum wurde von den Teilnehmer:innen als besonders wertvoll bewertet.
Fachliche Begleitung aus erster Hand
Die Exkursion wurde über die gesamte Strecke hinweg fachlich von Roland Barthofer (DND) begleitet. Mit seiner umfassenden Kenntnis des Projekts führte er die Teilnehmer:innen durch die unterschiedlichen Abschnitte des Promenadenrings und vermittelte dabei praxisnahe Einblicke in Planung, Umsetzung und Zielsetzungen der Neugestaltung.
Seine Erläuterungen machten die Hintergründe der einzelnen Maßnahmen greifbar und ermöglichten es den Teilnehmer:innen, die Veränderungen im Stadtraum im direkten Vergleich noch besser zu verstehen. Der kontinuierliche Austausch vor Ort trug wesentlich zur inhaltlichen Tiefe der Exkursion bei und bot Raum für vertiefende Diskussionen zu konkreten Fragestellungen.
An dieser Stelle gilt ein herzlicher Dank für den spannenden und praxisnahen Beitrag.
Fazit
Die Exkursion zum St. Pöltner Promenadenring zeigte eindrucksvoll, wie wichtig es ist, blau-grüne Infrastruktur nicht nur zu planen, sondern vor Ort erlebbar zu machen.
Der direkte Vergleich zwischen Bestand und umgestaltetem Bereich machte klar:
Die Transformation hin zu klimaresilienten Städten ist möglich – und sie bringt nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch eine deutliche Steigerung der Lebensqualität.