13.02.18
Innsbrucker Abfall-und Ressourcentag 2018

Zum bereits dritten Mal veranstaltete der ÖWAV am 8. Februar 2018, in Kooperation mit der Universität Innsbruck und dem Land Tirol, den Innsbrucker Abfall-und Ressourcentag. Im fachlichen Austausch mit der Leiterin des Instituts für Infrastruktur und Vizerektorin der Universität Innsbruck, Frau Univ.-Prof. Anke Bockreis, wurden zahlreiche interessante Projekte aus den Fachgebieten Abfallbehandlung und Ressourcenmanagement der Universität Innsbruck im Laufe des Tages vorgestellt. 

Bereits bei den begrüßenden Worten durch DI Rudolf Neurauter (Land Tirol) und DI Reinhard Oberguggenberger (IKB) wurden die kommenden Herausforderungen einer modernen Recyclingwirtschaft aufgezeigt und auf die Leitthemen der diesjährigen Tagung – Klärschlammstrategien unterschiedlicher Regionen, Entwicklungen zur Phosphorrückgewinnung sowie Erfahrungen zur Co-Vergärung – verwiesen.

Der erste Tagungsblock stand ganz im Zeichen der Phosphorrückgewinnung aus kommunalem Klärschlamm. Einen guten Überblick hierzu bot ein umfassender Vortrag zur möglichen Nutzung vorhandener Phosphorquellen im kommunalen Abwasser. In diesem Vortrag wurden nicht nur unterschiedlichste Verfahren der Phosphorrückgewinnung kurz dargestellt, sondern vor allem auch auf aktuelle Aktivitäten, Entwicklungen und Plattformen zum Phosphorrecycling hingewiesen. Interessant war auch der Folgevortrag über das Potenzial des Klärschlamms für die Düngemittelherstellung, welcher nicht nur einen aktuellen Ausblick lieferte, sondern auch erste Versuche und Überlegungen der Düngemittelindustrie zur Nutzung kommunaler Klärschlämme in den 90er Jahren beleuchtete. Bei einem Blick über die Bundesgrenzen hinaus konnte seitens des Bayrischen Landesamtes für Umwelt die Klärschlammstrategie in Bayern dargestellt werden. Gestützt von der kürzlich kundgemachten deutschen Klärschlammverordnung wird hier bereits ein dreistufiges Klärschlammkonzept bis 2030 umgesetzt. Bereits jetzt werden rund 25% der kommunalen Klärschlämme in Bayern in Mono-Verbrennungsanlagen behandelt. Ergänzend zu diesem Block wurde auch die Möglichkeit der Klärschlammpyrolyse als dezentrales Verwertungskonzept vorgestellt und beleuchtet.

Im Anschluss wurde in einem informativen Vortrag des Abwasserverbandes Hall in Tirol – Fritzens zu den Praxiserfahrungen mit Co-Vergärung übergeleitet. In diesem Zusammenhang folgte die Vorstellung aktueller Projekte der Universität Innsbruck, wie z.B. ARAFERM – Aufbereitung von Substraten und Abtrennung von Störstoffen, aber auch die intensive Auseinandersetzung mit und die Optimierung von Hydrozyklonen zur verbesserten und selektiven Störstoffabscheidung bei der Co-Vergärung, mit erheblichen Verbesserungen in deren Effizienz bei ersten großtechnischen Versuchen.

In einem Vergleich unterschiedlicher Verfahren zur Rückgewinnung von Bioenergie aus Speisefetten (Veresterung zu Biodiesel, Verstromung in einem BHKW oder Vergärung als Co-Substrat in einer Biogasanlage) wurde nicht nur die notwendige und unabdingliche Nutzung von Altspeisefetten als Energiequelle hervorgehoben, sondern in diesem Zusammenhang auch auf die Wichtigkeit einer Verbesserung der Wartung von Fettabscheidern hingewiesen. Auch der letzte Block des diesjährigen Innsbrucker Abfall- und Ressourcentages stand ganz im Zeichen der Energiewirtschaft und der bedarfsgerechten Energiebereitstellung durch Co-Vergärung. So wurden unterschiedlichste Strategien und Entwicklungen aufgezeigt und eine flexible Methan- und Wasserstofferzeugung durch Co-Vergärung im Detail besprochen.

 Impressionen der Veranstaltung


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