28.01.26

Webinar „Abwassermonitoring“

Mit über 200 Teilnehmer:innen aus Wasser- und Abwasserwirtschaft, öffentlicher Gesundheit, Forschung, Verwaltung und Praxis war das Webinar am 27. Januar 2026, zum Thema „Abwassermonitoring“ ein großer Erfolg.  Die Veranstaltung unterstrich deutlich die Bedeutung des fachübergreifenden Austauschs im Bereich Abwassermonitoring und bot einen kompakten, vielfältigen Überblick über aktuelle Entwicklungen, praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Perspektiven.

Der abwasserbasierte epidemiologische Ansatz hat sich in den vergangenen Jahren als wertvolle Ergänzung zur klinischen Diagnostik etabliert. Besonders in der frühzeitigen Erkennung gesundheitlich relevanter Trends zeigt sich sein Potenzial – ein Ansatz, der auch in der neuen EU‑Richtlinie zur Behandlung von kommunalem Abwasser (KARL) verankert ist. Ziel des Webinars war daher, die Bandbreite dieses Themenfelds abzudecken: von nationalen Strukturen und bisherigen Monitoring-Aktivitäten bis hin zu Forschungserkenntnissen und praktischen Einblicken in Probenahme und Analytik.

Im ersten Vortragsblock standen die nationale Umsetzung und Praxis im Fokus: Hans-Peter Stüger (AGES) präsentierte den aktuellen Stand sowie einen Rückblick auf das Nationale Abwassermonitoring, das insbesondere während der COVID‑19-Pandemie einen hohen Stellenwert erlangt hat. Anschließend gab Miklos Papp (ebswien Kläranlage) gab einen praxisnahen Einblick in das Abwassermonitoring in Wien und zeigte auf, wie Monitoring-Abläufe im urbanen Raum umgesetzt werden.

Der zweite Block widmete sich der wissenschaftlichen Perspektive und zukünftigen Rahmenbedingungen: Andreas Bergthaler (MedUni Wien) und Julia Vierheilig (TU Wien) beleuchteten das Monitoring von SARS-CoV-2 und weiteren viralen Targets und zeigten die Entwicklungen seit der Pandemie. Anschließend stellte Claudia Kolm (KL Krems) nationale Forschungsaktivitäten zu antimikrobiellen Resistenzen (AMR) vor – ein Thema, das angesichts der neuen EU-Abwasserrichtlinie (KARL) weiter an Bedeutung gewinnt. Herbert Oberacher (MedUni Innsbruck) präsentierte die Rolle der analytischen Chemie in der Abwasserepidemiologie und erläuterte Methoden zur Identifikation von Spurenstoffen, Drogenrückständen und weiteren Parametern.

Die regen Diskussionsrunden, zeigten, wie vielfältig die Perspektiven und wie wichtig der ständige Know-how-Austausch sind. Das Webinar verdeutlichte eindrucksvoll, wie dynamisch sich das Feld des Abwassermonitorings entwickelt und wie essenziell die Zusammenarbeit unterschiedlichster Disziplinen ist. Mit seinem breiten fachlichen Spektrum bot das Webinar eine wertvolle Plattform für Austausch und Wissenstransfer – und bestätigt die Relevanz des Themas für Gesundheitsschutz, Umweltmonitoring und Infrastrukturplanung gleichermaßen.

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