27.03.18
170 TeilnehmerInnen bei ÖWAV-Seminar „Sedimente in Flüssen und Stauräumen“
Der ÖWAV veranstaltete am 22. März 2018 im D3 Convention Center Wien in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur Wien das Seminar „Sedimente in Flüssen und Stauräumen – Bedeutung, Monitoring und Management“.

Das Seminar unter der Leitung von Univ.-Prof. DI Dr. Helmut Habersack war mit rund 170 sehr interessierten TeilnehmerInnen ausgezeichnet besucht, was die Bedeutung und die Aktualität des Themas Sedimente für ein breites Fachpublikum verdeutlichte. 

Sedimente spielen in Flüssen und Stauräumen für Nutzung und Schutz der Fließgewässer eine zentrale Rolle. Einerseits gibt es einen zunehmenden Überschuss an Feststoffen in Stauräumen, was sowohl zu Problemen bei der Wasserkraftnutzung als auch im Hochwasserschutz führen kann. Zusätzlich wird der Klimawandel mit Gletscherschwund und Reduktion des Permafrosts künftig verstärkten Sedimenteintrag bewirken, was in Summe eine große Herausforderung darstellen wird. Andererseits zeigt sich in den freien Fließstrecken ein Geschiebedefizit, das wiederum zu Stabilitätsproblemen an Sohlen und Ufern unserer Fließgewässer sowie zur Nichterreichung des guten ökologischen Zustands (z.B. fehlendes Laichsubstrat) und Gewährleistung der Ökosystemdienstleistungen führt. Bereits das Projekt SED_AT (Feststoffhaushalt, Sedimenttransport und Flussmorphologie im Rahmen des nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans) zeigte auf, dass von der Wildbach- und Lawinenverbauung, über die Bundeswasserbauverwaltung, die Energiewirtschaft, Ökologie bis zur Wasserstraße und Landwirtschaft das Problem der zunehmenden Schere zwischen Überschuss und Defizit an Sedimenten bewusst ist. Unabhängig voneinander schlugen die Sektoren vor, dass ein sogenanntes Feststoffmanagementkonzept auf Einzugsgebietsebene notwendig ist, um dieses Problem gemeinsam zu lösen.

Das Seminar beleuchtete diese Fragestellungen aus den verschiedenen Blickwinkeln der Sektoren. Dabei wurde die aktuelle Situation behandelt, die Datengrundlagen diskutiert und anhand von Beispielen – auch aus Deutschland und der Schweiz – mögliche praktische Lösungsansätze dargestellt.

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