28.01.19
Gewässerpflegekonzepte - Vorstellung des BMNT-Leitfadens
Am 24. Jänner 2019 fand im Bundesamtsgebäude in Wien die Vorstellung des BMNT-Leitfadens für Gewässerpflegekonzepte statt. Bei der Erstellung dieses Leitfadens waren neben den Vertretern und Vertreterinnen der fachlich und rechtlich einschlägigen Landesdienststellen und der WLV auch der Arbeitsausschuss „Gewässerbetreuung“ im ÖWAV eingebunden. 
ÖWAV-Präsident Baurat h.c. DI Roland HOHENAUER und Sektionschef DI Günter LIEBEL vom BMNT begrüßten die 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 

Das Programm des Seminares umfasste drei Blöcke:
I. Anforderungen an Gewässerpflegekonzepte
II. Vorstellung des Leitfadens
III. Bisherige Erfahrungen aus der Praxis der Gewässerpflege

Es wurde auf die Bedeutung der Gewässerpflege und Instandhaltung als wesentliche Aufgabenbereiche der Bundeswasserbauverwaltung (BWV) hingewiesen. Die Kosten für Maßnahmen der Gewässerpflege und der Instandhaltung von Hochwasserschutzanlagen machen ca. 23 % der Gesamtinvestitionen aus. Mehr als 20 % der jährlichen Bundesmittel fließen durchschnittlich in die Instandhaltung und Gewässerpflege.

Die rechtlichen Vorgaben für die Instandhaltung und Gewässerpflege sind einerseits im WRG direkt verankert und zusätzlich durch wasserrechtliche Bescheide für Regulierungsstrecken, die teilweise auch im Freiland außerhalb von Siedlungsgebieten liegen können, konkret festgelegt.

Gewässerpflege- und Instandhaltungskonzepte (GPI) sollen als übergeordnete Planungsinstrumente eingesetzt werden, wobei Zielzustände und Maßnahmentypen für die Pflege und Instandhaltung längerer Gewässerstrecken oder für mehrere Gewässer in einem Einzugsgebiet auf einer generellen Planungsebene betrachtet werden sollen. Um möglichen Interessenskonflikten zwischen Ökologie und Hochwasserschutz bei der Instandhaltung von Hochwasserschutzanlagen vorzubeugen, sollten die Ziele und Vorgaben des Hochwasserschutzes und gleichzeitig auch der Ökologie erfüllt werden:
Erhaltung der Wirksamkeit der Hochwasserschutzanlagen und Sicherstellung des Hochwasserschutzes 
Erhaltung bzw. Verbesserung der ökologischen Funktionsfähigkeit und langfristige Annäherung an die Vorgaben aus dem NGP

Der Leitfaden ist darauf ausgerichtet, dass Gewässerpflegekonzepte ein „schlankes“ Planungsinstrument bleiben, das nicht alle detaillierten Informationen für die lokale Umsetzung im Sinne einer „Pflegeanleitung“ beinhalten und auch Planungen für Revitalisierungsprojekte nicht ersetzen kann. Im Detail wurde der Leitfaden von DI Drago PLESCHKO, der die Gesamtkoordination seitens des BMNT innehatte, sowie den beiden AutorInnen DI. Dr. Jürgen EBERSTALLER und Dipl.-HFL-Ing. Susanne KARL vorgestellt. 

In Erfahrungsberichten aus der Praxis wurde über die Erstellung von ersten Gewässerpflegekonzepten in den Bundesländern Kärnten, Niederösterreich, Steiermark und Tirol berichtet und die unterschiedlichen Vorgangsweisen und Ergebnisse vorgestellt. 
Es wird jetzt an den zuständigen Stellen der BWV in den Ländern liegen, Gewässerpflegekonzepte für die relevanten Gewässer zu erstellen und die Ergebnisse in der Praxis umzusetzen.

Im Rahmen dieser Planungsprozesse wird es auch darum gehen, die Zusammenarbeit und Abstimmung aller an der Gewässerpflege und Instandhaltung Beteiligten (BWV, Wasserwirtschaft, Gewässerökologie, WLV, WR-Behörden, Raumplanung, Naturschutz, betroffene Gemeinden, Wasserverbände und anderen relevanten Akteure) zu verbessern. 

(Autor des Textes: MR DI Drago Pleschko)

Impressionen der Veranstaltung
(Fotos: ÖWAV)


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